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Fall · 12.10.2026

Motor­general­überholung an einem BMW X5

BMW X5, Baureihe F15 · N57 – 3,0-Liter-Reihensechszylinder-Diesel

Eine Instandsetzung am Motor ist keine Arbeit, die man im Vorbeigehen erledigt. Wir zeigen sie deshalb so, wie sie abläuft – Schritt für Schritt, mit Aufnahmen aus unserer Halle. Der Motor dieses X5 ist ein N57, der Reihensechszylinder-Diesel von BMW. Seine Steuerkette sitzt auf der Schwungradseite; um an sie heranzukommen, muss der Antriebsstrang aus dem Fahrzeug.

Befund
Kein Schadensfall, sondern eine geplante Überholung. Beim Zerlegen zeigten sich stark korrodierte Injektorschäfte, ein durchgehend gerissener Abgaskrümmer und eine Wasserpumpe mit Kunststoff-Flügelrad.
Maßnahme
Motor ausgebaut und zerlegt, jedes Teil geprüft und gereinigt. Injektoren gereinigt, Einlasskanäle walnussgestrahlt, Dichtfläche des Zylinderkopfs bearbeitet, Wasserpumpe und ein Kühlmittelbauteil in Metall statt Kunststoff.
Ergebnis
Abgeschlossen. Der Motor ist komplett überholt, wieder zusammengebaut und im X5 eingebaut – mit den bekannten Schwachstellen der Serie in der haltbareren Ausführung.

Aufnahmen · 20 Schritte

  1. BMW X5 auf der Hebebühne, Motor und Getriebe auf dem Getriebeheber unter dem Fahrzeug
    Schritt 1 von 20

    Der Antriebsstrang kommt nach unten heraus

    Der X5 steht auf der Hebebühne, Motor und Getriebe hängen zusammen auf dem Getriebeheber. Von oben ist an diesem Motor nichts zu machen: Die Steuerkette liegt hinten zwischen Motor und Getriebe.

  2. Ausgebauter Motor auf dem Montagebock mit dem Typenschild „F15 N57"
    Schritt 2 von 20

    Auf dem Montagebock

    Der Motor steht auf dem Bock, das Typenschild bestätigt die Zuordnung: Baureihe F15, Motor N57.

  3. Freigelegter Steuertrieb auf der Schwungradseite mit Kette, Kettenrädern und Spannschienen
    Schritt 3 von 20

    Steuertrieb freigelegt

    Der Blick auf die Schwungradseite: in der Mitte der Kurbelwellenflansch, darüber das Nockenwellenrad, dazu Gleit- und Spannschienen. Unten rechts läuft die zweite Kette zum Ölpumpenantrieb.

  4. Geöffneter Zylinderkopf mit beiden freiliegenden Nockenwellen
    Schritt 4 von 20

    Zylinderkopf offen

    Ventildeckel herunter, beide Nockenwellen liegen frei. Von hier aus lässt sich der Ventiltrieb Stück für Stück ausbauen.

  5. Zylinderkopf von oben, die Injektorschächte zwischen den Nockenwellen sind leer
    Schritt 5 von 20

    Injektoren heraus

    Die sechs Injektoren sind ausgebaut, die Schächte im Kopf liegen leer.

  6. Sechs ausgebaute Diesel-Injektoren mit stark korrodierten Schäften auf der Werkbank
    Schritt 6 von 20

    So kommen sie heraus

    Sechs Injektoren nebeneinander. Die Schäfte sind über die Jahre stark korrodiert – typisch für Diesel-Injektoren, die tief im Zylinderkopf sitzen.

  7. Nahaufnahme der gereinigten Düsenspitzen der Injektoren
    Schritt 7 von 20

    Und so gehen sie wieder hinein

    Nach der Reinigung sind die Düsenspitzen wieder blank. Was zählt, sitzt vorn: Eine verkokte Spitze zerstäubt den Kraftstoff nicht mehr sauber.

  8. Gusseiserner Abgaskrümmer mit einem senkrechten Riss, mit blauer Kreide nachgezogen
    Schritt 8 von 20

    Befund: Abgaskrümmer gerissen

    Der Krümmer aus Guss hat einen durchgehenden Riss – hier mit Kreide nachgezogen, damit er auf dem Bild zu sehen ist. Solche Risse entstehen durch die ständigen Temperaturwechsel und lassen sich nicht zuverlässig schweißen.

  9. Abgasseite des Zylinderkopfs mit den sechs Auslasskanälen und abgezogener Dichtfläche
    Schritt 9 von 20

    Abgasseite gereinigt

    Die Abgasseite des Zylinderkopfs mit abgezogener Dichtfläche.

  10. Blick in einen blank gestrahlten Einlasskanal des Zylinderkopfs
    Schritt 10 von 20

    Einlasskanäle walnussgestrahlt

    Im Diesel schlägt sich über die Abgasrückführung mit den Jahren eine harte Schicht aus Ruß und Öl in den Einlasskanälen nieder, die den Querschnitt verengt. Sie wird mit Walnussgranulat abgestrahlt – hart genug für die Ablagerung, zu weich, um das Aluminium anzugreifen.

  11. Zylinderkopf mit gereinigtem und wieder eingebautem Ventiltrieb
    Schritt 11 von 20

    Ventiltrieb – jedes Teil einzeln

    Kipphebel, Federn und hydraulische Elemente sind einzeln gereinigt und wieder an ihren Platz gesetzt. Reihenfolge und Zuordnung bleiben dabei erhalten: Eingelaufene Teile gehören dorthin zurück, wo sie eingelaufen sind.

  12. Zwei Wasserpumpen nebeneinander: links die neue mit Metallflügelrad, rechts die ausgebaute
    Schritt 12 von 20

    Wasserpumpe: Metall statt Kunststoff

    Die neue Pumpe trägt ein Flügelrad aus Metall. Das alte aus Kunststoff liegt daneben – bricht es im Betrieb, steht der Kühlkreislauf, ohne dass vorher etwas darauf hindeutet.

  13. Bauteil des Kühlkreislaufs aus blankem Aluminium, am Zylinderkopf zwischen Lichtmaschine und Ölfiltergehäuse eingebaut
    Schritt 13 von 20

    Kühlkreislauf: Aluminium statt Kunststoff

    Auch im Kühlkreislauf ersetzt ein Bauteil aus Aluminium das Kunststoffteil der Serie. Kunststoff wird an dieser Stelle über die Jahre spröde.

  14. Gereinigter und wieder komplettierter Motorblock auf dem Montagebock
    Schritt 14 von 20

    Block gereinigt

    Der Block ist gereinigt und wieder komplettiert. Von hier aus geht es an den Zusammenbau.

  15. Motor ohne Ansaugbrücke: freie Einlassöffnungen, darunter Lichtmaschine und Ölfiltergehäuse
    Schritt 15 von 20

    Ansaugseite offen

    Die Ansaugbrücke ist abgenommen, die sechs Einlassöffnungen am Kopf liegen frei. Darunter Lichtmaschine und Ölfiltergehäuse, dazwischen das neue Aluminiumrohr des Kühlkreislaufs.

  16. Ausgebaute Lagerschalen mit Laufspuren auf einer Gummimatte
    Schritt 16 von 20

    Die alten Lagerschalen

    Ausgebaut und nebeneinandergelegt. Die Laufspuren auf der Oberfläche zeigen, wie die Welle über die Jahre auf ihnen gelaufen ist.

  17. Zylinderkopf von unten mit blank bearbeiteter Dichtfläche und 24 eingesetzten Ventilen
    Schritt 17 von 20

    Zylinderkopf: Dichtfläche blank

    Der Kopf von unten: Die Dichtfläche ist blank bearbeitet, alle 24 Ventile sitzen wieder in ihren Sitzen.

  18. Zwei Lagerdeckel mit blanken Lagerschalen, daneben die Lagerdeckelschrauben
    Schritt 18 von 20

    Lagerdeckel bereit

    Lagerdeckel mit blanken Lagerschalen, daneben die Schrauben.

  19. Steuertrieb auf der Schwungradseite mit Kettenrädern, Spann- und Gleitschienen
    Schritt 19 von 20

    Steuertrieb im Zusammenbau

    Wieder auf der Schwungradseite: Kettenräder, Spann- und Gleitschienen sitzen, unten der Kurbelwellenflansch.

  20. Steuertrieb mit frisch aufgetragener roter Dichtmasse am unteren Gehäuse
    Schritt 20 von 20

    Dichtmasse aufgetragen

    Am unteren Gehäuse ist die Dichtmasse frisch aufgetragen – die rote Linie.

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